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19.11.2010 Sächsisch-Thüringische Apothekerversorgung - Dr. Holger Herold neuer Vorsitzender

Am 13. Oktober wählte die Vertreterversammlung der Sächsisch-Thüringischen Apothekerversorgung Dr. Holger Herold, Inhaber der Luther-Apotheke Leipzig, zum Vorsitzenden der Vertreterversammlung sowie zum Vorsitzenden des geschäftsführenden Verwaltungsausschusses. Er übernahm das Amt von Hans Knoll, der über fast 19 Jahre das Ruder des länderübergreifenden Versorgungswerks fest in der Hand hatte und von der neuen Vertreterversammlung feierlich verabschiedet wurde.

Dr. Herold Podium

In seinem letzten Bericht zeichnete Herr Knoll symbolisch das Bild eines Schiffes, das im Konvoi mit den übrigen 88 berufsständischen Versorgungswerken unter der Flagge der ABV fahre. Die enge Partnerschaft mit der Bayerischen Apothekerversorgung auf dem Gebiet der Kapitalanlage in untrennbarer Einheit mit dem versicherungsmathematischen Sachverständigen Helmut Baader gebe ihm die Gewissheit: „Die Rente der STApV ist sicher!“

 Auf einem soliden Rechtsfundament habe sich die STApV seit ihrer Gründung im Mai 1992 zu einem Versorgungswerk mit inzwischen 2.539 Mitgliedern, einer Bilanzsumme von  ca. 270 Mio. € (Ende 2009) sowie 394 Leistungsempfängern entwickelt.

 Im vergangenen Jahr sei eine Nettorendite in Höhe von 4,23 % erzielt worden. Dies erlaube – mit solider versicherungsmathematischer Vorsicht kalkuliert – eine Dynamisierung der Anwartschaften und Renten zum 1. Januar 2011 um 1,2 %.

Hans Knoll beendete seinen Bericht mit einem besonderen Dank an alle Wegbegleiter. Er appellierte an die neuen Amtsträger, die Freiberuflichkeit der Apothekerschaft als Kernelement der Selbstverwaltung und Basis für das Befreiungsrecht der angestellt tätigen Apotheker zu schützen und die vertrauensvoll gewachsenen Partnerschaften weiterzuentwickeln.

Dr. Herold und Knoll Staffelübergabe

Nach einem Dank an Herrn Knoll für die harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2002 bat Dr. Schellin Herrn Biedermann – im Berufsstand gern als „Urgestein der STApV“ bezeichnet – den „Reigen der Laudatoren“ zur Verabschiedung von Herrn Knoll zu eröffnen.

 Herr Biedermann selbst war seit der Gründung der STApV bis 2002 deren stellvertretender Vorsitzender. Jürgen Biedermann dankte Herrn Knoll für den Vorsitz im Versorgungswerk seit nunmehr rund 19 Jahren sehr herzlich. Er skizzierte die Anfänge des Versorgungswerks insbesondere aus Sicht der Thüringer Apothekerschaft. Am Anfang sei es schwierig gewesen, die Kollegen überhaupt von der Notwendigkeit eines Versorgungswerks zu überzeugen und einen Partner zu finden. Schließlich habe ihn der namhafte bayerische Standesvertreter Karl-August Beck als Wegbereiter eines länderübergreifenden Versorgungswerks zu einer Entscheidung gedrängt und man habe sich für eine Partnerschaft mit Sachsen entschieden; der entsprechende Beschluss zur Gründung eines gemeinsamen Versorgungswerks wurde im September 1991 auf der Thüringer Kammerversammlung gefasst. Abschließend dankte Herr Biedermann noch einmal im Namen der Thüringer STApV-Mitglieder Herrn Knoll für das stets kollegiale und erfolgreiche Miteinander.

 Als Laudatorin der sächsischen Apothekerschaft erinnerte Dr. Brigitte Schilling mit einer brennenden Kerze symbolisch daran, dass Herr Knoll seinerzeit bei seinem ersten Besuch vor den bayerischen Kollegen, die uns noch heute wohlwollend unterstützen, auch so aufgetreten sei. Zusammenfassend stellte sie fest, dass sich die Selbstverwaltung der Apothekerversorgung heute nachhaltig etabliert habe und die erste schwerwiegende Finanzkrise in ihrer Geschichte gut überstanden worden sei. Weil seine Vorliebe für den Standort des Versorgungswerks in unmittelbarer Nähe des Blauen Wunders bekannt sei, übergebe sie ihm ein Präsent „Rund um das Blaue Wunder“ als herzliches Dankeschön für sein langjähriges Engagement.

 Schließlich kündigte Dr. Schellin den stellvertretenden Vorsitzenden des ABV-Vorstandes Karl-August Beck als dritten Laudator an und gratuliert ihm zunächst zu seiner Wahl als Präsident des Europäischen Verbandes der Versorgungseinrichtungen der Freien Berufe EURELPRO sehr herzlich.

 Karl-August Beck lenkte in seinem Grußwort den Blick noch einmal zurück auf die erste Kontaktaufnahme zwischen den bayerischen und sächsisch-thüringischen Apothekern bereits im Jahre 1989 und die intensiven Bemühungen um die Gründung von Versorgungswerken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Sowohl politische als auch berufsständische Hürden seien zu überwinden gewesen. Mit ungeheuer großem Engagement habe sich Hans Knoll als „Mann der ersten Stunde“ für die Sächsisch-Thüringische Apothekerversorgung eingesetzt, zu deren Vorsitzenden er am 6. Mai 1992 in Leipzig gewählt worden sei.

 Gern hätten die bayerischen Kollegen durch ihre Hilfe zur Selbsthilfe die Entwicklung der STApV gefördert. Die Zusammenarbeit sei bis heute vertrauensvoll und freundschaftlich. Die Gemeinschaft der Ständigen Konferenz der Apothekerversorgungswerke der Bundesrepublik werde ihn, Hans Knoll, mit seinem frischen Humor und treffenden Witz vermissen, mit dem er stets vorgetragen und sich den Herausforderungen gestellt habe.

 Am Nachmittag wählte die Vertreterversammlung dann aus ihrer Mitte Dr. Holger Herold zum Vorsitzenden und bestätigte Dr. Siegfried Schellin im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung und des Verwaltungsausschusses. Darüber hinaus erhielten Dr. Reinhard Giese aus Thüringen sowie Tobias Hückel und Dr. Brigitte Schilling als weitere sächsische Mitglieder des Verwaltungsausschusses für eine weitere Legislaturperiode das Vertrauen der Mitglieder.

VWA 2010-2014Herr Dr. Herold dankte den Anwesenden herzlich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Augenzwinkernd wies er darauf hin, dass er geborener Thüringer sei, der sein Abitur in Thüringen abgelegt habe und den die Studien, zunächst das der Veterinärmedizin, anschließend das der Pharmazie, zum Sachsen werden ließen. Er fühle sich wie beim Start zu einem Marathon, das Ziel sei weit, aber der Ansporn groß, dieses mit einem guten Resultat zu erreichen. Er kenne seine Möglichkeiten und werde sich nicht zu übermotivierten Zwischensprints hinreißen lassen. Viele kleine Schritte in kontinuierlicher Arbeit sollen zu einem guten Gesamtergebnis für die Mitglieder des Versorgungswerks führen. An Herrn Knoll gerichtet stellte er fest, dass dieser ihm große Fußabdrücke hinterlassen habe, die es zu füllen gelte. Abschließend lud er alle Anwesenden zur engagierten und kollegialen Zusammenarbeit ein.


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