Corona-Information Nr. 85 – Häufige Fragen zu Corona-Antigen-Schnelltests in Apotheken 07.01.2021

Durchführung von Antigen-Schnelltests in der Apotheke durch nichtpharmazeutisches Personal?
Kann ein zur Antigentestung geschulter Apothekenleiter bzw. Mitarbeiter weitere Mitarbeiter in der Apotheke schulen?
Aufbewahrungspflicht von Unterlagen über ein positives bzw. negatives Antigentest-Ergebnis in der Apotheke?
Haftpflichtversicherungsschutz bei Angebot von Corona-Antigen-Schnelltests in Apotheken




Durchführung von Antigen-Schnelltests in der Apotheke durch nichtpharmazeutisches Personal?

Gemäß § 3 Absatz 5 ApBetrO ist es (lediglich) verboten, pharmazeutische Tätigkeiten von anderen Personen als pharmazeutischem Personal auszuführen oder ausführen zu lassen. Was unter „pharmazeutischen Tätigkeiten“ zu verstehen ist, wird in § 1a Absatz 3 ApBetrO definiert. Gemäß dieser Definition handelt es sich bei der Durchführung von SARS-CoV-2-Antigenschnelltests nicht um eine pharmazeutische Tätigkeit. Die Tests dürfen daher auch durch andere Personen als pharmazeutischem Personal durchgeführt werden. Der Apothekenleiter hat jedoch für die Einhaltung von § 3 Absatz 1 ApBetrO („Das Apothekenpersonal darf nur entsprechend seiner Ausbildung und seinen Kenntnissen eingesetzt werden und ist über die bei den jeweiligen Tätigkeiten gebotene Sorgfalt regelmäßig zu unterweisen.“) Sorge zu tragen.


Kann ein zur Antigentestung geschulter Apothekenleiter bzw. Mitarbeiter weitere Mitarbeiter in der Apotheke schulen?

Ist die Einhaltung von § 3 Absatz 1 ApBetrO (s.o.) gewährleistet, darf ein zur Antigentestung geschulter Mitarbeiter selbstständig auch weitere Mitarbeiter in der Apotheke schulen, damit diese dann ebenfalls Tests durchführen können.


Aufbewahrungspflicht von Unterlagen über ein positives bzw. negatives Antigentest-Ergebnis in der Apotheke?

Es gibt keine definierten Aufbewahrungsfristen für Unterlagen über ein positives bzw. negatives Antigentest-Ergebnis in der Apotheke. Das SMS empfiehlt aber, die genannten Unterlagen zehn Tage aufzubewahren. Und zwar im Wesentlichen für den Fall, dass einem Getesteten die Nachweise abhandengekommen sind und eine erneute Ausstellung erbeten wird.


Haftpflichtversicherungsschutz bei Angebot von Corona-Antigen-Schnelltests in Apotheken

Die meisten bestehenden Betriebshaftpflichtpolicen dürften derartige Tests als apothekenübliche Dienstleistung abdecken. Gleichwohl sollten Apothekenleiter, die solche Tests in ihren Apotheken anbieten (wollen), eine entsprechende Mitteilung an ihr jeweiliges Versicherungsunternehmen richten, um ggf. bestehende Obliegenheitspflichten zu erfüllen und Klarheit über den bestehenden Versicherungsschutz zu erhalten.

Das ABDA-Übersichtspapier zur „Durchführung von PoC-Antigentests auf SARS-CoV-2 in Apotheken“ (s. SLAK-Rundbrief 284/2020, Corona-Information Nr. 81 vom 22. Dezember 2020) wird zeitnah um einen entsprechenden Hinweis ergänzt und an der gewohnten Stelle auf der ABDA-Homepage in aktualisierter Form bereitgestellt.

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