Corona-Information Nr. 291 02.06.2022

Corona-Impfstoffversorgung - Einbindung der vertrags- und privatzahnärztlichen Praxen in die dezentrale Impfkampagne
Wöchentliche Bestellmengen an COVID-19-Impfstoffen
Aktualisierte Handlungsempfehlung für die Abrechnung von COVID-19-Impfstoffen von vertrags- und privatzahnärztlichen Praxen

Corona-Impfstoffversorgung - Einbindung der vertrags- und privatzahnärztlichen Praxen in die dezentrale Impfkampagne

Zahnärzte und Zahnärztinnen sind gemäß § 20b Infektionsschutzgesetz zur Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 bei Personen, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, berechtigt, wenn sie hierfür ärztlich geschult wurden und ihnen eine geeignete Räumlichkeit mit entsprechender Ausstattung für die Impfung zur Verfügung steht.

Durch die Aufnahme der Zahnarztpraxen mit vertragszahnärztlicher oder privatzahnärztlicher Versorgung in die Coronavirus-Impfverordnung und in die Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19 besteht für die Praxen nun die Möglichkeit, COVID-19-Impfstoffe zu beziehen. Ab der 24. KW (13. bis 17. Juni 2022) werden die Zahnärzte und Zahnärztinnen in die dezentrale Impfkampagne eingebunden. Sie können dafür entsprechend dem bekannten Bestellablauf am Dienstag, den 7. Juni 2022, COVID-19-Impfstoff in den Apotheken bestellen. Nach derzeitigem Stand werden die Zahnärzte analog der Ärzte versorgt, einige wenige Besonderheiten sind aber zu berücksichtigen:

Belieferung der zahnärztlichen Praxen

  • Apotheken geben auf Bestellung Impfstoffe gegen COVID-19 ausschließlich an solche an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnarztpraxen ab, die sie mit Praxisbedarf versorgen.
  • Apotheken geben auf Bestellung Impfstoffe gegen COVID-19 ausschließlich an solche nicht an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnarztpraxen (Privatpraxen) ab, deren regelmäßige Bezugsapotheke sie sind.


Authentifizierung zahnärztlicher Praxen durch die Apotheke

  • Apotheken dürfen vertragszahnärztliche Praxen nur dann mit COVID-19-Impfstoffen versorgen, wenn diese spätestens mit der ersten Bestellung Folgendes vorlegen:
    • Berechtigung zur Erbringung von Leistungen nach § 1 Abs. 2 CoronaImpfV gemäß § 3 Abs. 4a CoronaImpfV von der zuständigen Landes- oder Bezirkszahnärztekammer
  • Apotheken dürfen privatzahnärztliche Praxen nur dann mit COVID-19-Impfstoffen versorgen, wenn diese spätestens mit der ersten Bestellung Folgendes vorlegen:
    • Bescheinigung der zuständigen Landes- oder Bezirkszahnärztekammer über die niedergelassene Tätigkeit als Privatzahnarzt bzw. -zahnärztin aufgrund einer Selbstauskunft der privatzahnärztlich tätigen Person und über die Mitgliedschaft bei der jeweiligen Landes- oder Bezirkszahnärztekammer und
    • Bescheinigung des Verbands der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e. V. über die Registrierung im elektronischen Meldesystem des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e. V.


Verwendung Rezeptformular

  • Vertragszahnärzte und -ärztinnen verwenden für die Bestellung bei der Apotheke das Muster-16-Formular. Zur Identifizierung werden in die Felder für die Betriebsstättennummer (BSNR) und Lebenslange Arztnummer (LANR) jeweils die „Dummy-Nummer“ 999999900 (siebenmal die Neun und zwei Mal die Null) eingetragen.
  • Privatzahnärzte und -ärztinnen verwenden das „blaue Rezept“ (DIN A6 quer). Zur Identifizierung verwenden diese die sogenannte PVS-ID. Diese ist die Registrierungsnummer im Impfportal des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e. V. In die entsprechenden Felder des blauen Rezepts, die auf dem Formular Muster 16 für die Betriebsstättennummer (BSNR) und Lebenslange Arztnummer (LANR) vorgesehen sind, soll jeweils die „Dummy-Nummer“ 222222200 (siebenmal die Zwei und zwei Mal die Null), eingetragen werden. Damit werden die Rezepte von den Rechenzentren als Verordnungen von Privatzahnärzten erkannt und ausgelesen.
  • Wie Ärzte und Ärztinnen sollen auch die Zahnärzte dosisbezogen und impfstoffspezifisch inklusive Zubehör bestellen.
  • Im Übrigen sind für die Ausstellung der Verordnung die Vorgaben der Arzneimittel-Verschreibungsverordnung zu beachten.


Bestellung COVID-19-Impfstoffe durch Zahnärzte und -ärztinnen für die 24. KW

  • Die Zahnärzte sollen ab der 24. KW (13. bis 17. Juni 2022) in die Impfkampagne eingebunden werden. Bestellungs- und Auslieferungsrhythmen sind analog derjenigen der Ärzte. Dies bedeutet, dass die Zahnarztpraxen für die 24. KW am Dienstag, 7. Juni 2022, bis 12.00 Uhr, bei der Apotheke bestellen müssen. Sie erhalten am Mittwoch, 8. Juni 2022, die Rückmeldung der Apotheke über die für die 24. KW zugesagten Liefermengen der COVID-19-Impfstoffe. Deren Auslieferung ist für Montag, 13. Juni 2022, vorgesehen.
  • Die Bestellungen und Lieferungen für die 25. KW ff. folgen diesem Rhythmus.


Bestellung der Apotheke beim Großhändler

  • Die Apotheke bestellt die von den Zahnarztpraxen für die 24. KW gewünschten COVID-19-Impfstoffe ‒ wie für die Arztpraxen ‒ bis Dienstag, 7. Juni 2022, 18.00 Uhr, elektronisch über MSV3, jeweils mit einem separaten Auftrag vialbezogen auf Positionsebene „zur Nachlieferung“. COVID-19-Impfstoffe für Zahnärzte werden über die bekannten BUND-PZN bestellt, die ebenfalls für Vertrags-, Privat-, Betriebsarztpraxen und Ärzte im Krankenhaus verwendet wird. Eine zusätzliche BUND-PZN für zahnärztliche Bestellungen ist nicht vorgesehen.
  • Entsprechendes gilt auch für die Bestellungen für KW 25 ff.


Rückmeldung der Apotheke an Zahnarztpraxen und Auslieferung

  • Die Rückmeldung der Apotheke über die dem Zahnarzt bzw. der Zahnärztin für die darauffolgende Woche gelieferte Menge COVID-19-Impfstoffe erfolgt ‒ analog der Arztpraxen ‒ jeweils am Mittwoch der Vorwoche.
  • Die Auslieferung der COVID-19-Impfstoffe durch die Apotheke erfolgt jeweils Montag der Impfwoche.

 

Wöchentliche Bestellmengen an COVID-19-Impfstoffen

Für die wöchentlichen Bestellungen von Comirnaty® 30 µg/Dosis gelten für Zahnärzte bis auf Weiteres die folgenden Höchstbestellmengen:

  • 240 Dosen (40 Vials) Comirnaty® 30 µg/Dosis (BioNTech).

Für die wöchentlichen Bestellungen von Spikevax®, COVID-19-Vaccine Janssen oder auch Nuvaxovid® ist keine Kontingentierung vorgesehen. Der Impfstoff Comirnaty® Kinder (5–11 Jahre) kann nicht für Impfungen in Zahnarztpraxen bestellt werden, da die Impfung unter 12-Jähriger durch Zahnärzte gesetzlich nicht gestattet ist.

 

Aktualisierte Handlungsempfehlung für die Abrechnung von COVID-19-Impfstoffen von vertrags- und privatzahnärztlichen Praxen

Vor dem Hintergrund der Aufnahme von Zahnarztpraxen als Leistungserbringer in die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) und in die Allgemeinverfügung zur Sicherstellung der flächendeckenden Verteilung von Impfstoffen gegen COVID-19  wurde auch der „Leitfaden für die Apotheke: Handlungsempfehlung für die Abrechnung von COVID-19-Impfstoffen“ angepasst. Die Apothekenvergütung nach § 9 Absatz 1 Satz 1 CoronaImpfV zur Abgabe von COVID-19 Impfstoffen erstreckt sich nunmehr auch auf die Zahnarztpraxen. Am Abrechnungsverfahren ändert sich nichts. Neu sind die Bedruckungsbeispiele, mit den die vertrags- und privatzahnärztlichen Praxen den COVID-19 Impfstoff in der Apotheke bestellen können.

 

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