Touristenklasse-Syndrom

Dresden (SLAK, 04.07.2005): 

Wer eine lange Flug- oder Busreise plant, kann durch eine gute Vorbereitung das Risiko einer Reisethrombose verringern. „Das lange, beengte Sitzen, egal ob im Flugzeug, im Bus oder im Auto, kann zu Blutgerinnseln in den Beinen führen. Hier sollte man gezielt vorbeugen“ sagte Frau Apotheker Brigitte Keil aus der Liebig-Apotheke in Dresden. Das Risiko für Reisethrombosen steigt bei Flügen über fünf Stunden und generell bei Menschen über 60 Jahren. Der Name „Touristenklasse-Syndrom“ spielt auf die geringe Beinfreiheit im Flugzeug an. Reisethrombosen treten aber auch in der 1. Klasse auf. Der Grund: Zwar hat man hier mehr Platz, aber die Luftfeuchtigkeit ist noch geringer als auf den eng besetzten „preiswerten Plätzen“.

In der Apotheke kann man sich reisemedizinisch beraten lassen. Meist reicht es schon aus, zwischendurch aufzustehen und durch den Gang zu laufen, oder wenn man spezielle Bewegungsübungen im Sitzen macht. Man sollte unterwegs keinen Alkohol trinken, sondern mindestens einen halben Liter Wasser pro Stunde. Frau Apotheker Keil: „Die manchmal als „Geheimtipp“ empfohlene Tablette Acetylsalicylsäure vor der Reise wirkt nicht vorbeugend. Besser ist es, so genannte Reisestrümpfe zu tragen oder sich in schweren Fällen vom Arzt vorbeugend Heparin verordnen zu lassen.“ Besonders riskant sind längere Reisen für Schwangere oder für Menschen, die gerade eine Operation hinter sich haben. Sie sollten, soweit möglich, auf Langstreckenflüge verzichten.

Die mit dem Verschluss der Venen zusammenhängenden Probleme treten nur selten während des Fluges auf. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis ein Blutpfropf seine Reise bis zum Herzen oder der Lunge antritt. Wie häufig das Auftreten von Thromben in den Venen, zumeist in den Beinvenen, und nachfol-gende schwere Zwischenfälle durch Lungenembolien bei Interkontinentalflügen wirklich ist, lässt sich nur schwer feststellen. Die Schätzungen liegen bei etwa zwei bis drei Fällen pro 10.000 Fluggästen.

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