Die Apotheke ist kein Basar

Dresden (SLAK, 06.08.2003): 

Noch sind Arzneimittel schutzbedürftige Waren und die
freiberuflichen Apotheker dürfen ihre Patienten neutral beraten. "Qualität
statt Preise bestimmen den Wettbewerb in den Apotheken Sachsens", weiß
Friedemann Schmidt. Als Präsident der Landesapothekerkammer (LAK) Sachsen
kämpft er für die verantwortungsvolle Gestaltung der Gesundheitsreform und
damit für den Erhalt der 937 öffentlichen Apotheken im Land.

"Der politische Ruf nach mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen ohne
Qualitätseinbußen ist genauso blauäugig wie der Vergleich von Apotheken mit
Bäckereien", meint Schmidt. Damit spricht er den Pharmazeuten aus der Seele.
Bisher garantieren die Apotheken eine flächendeckende
Rund-um-die-Uhr-Arzneimittelversorgung in Stadt und Land. Dieses lückenlose
Notdienstnetz ist unerlässlich, weil Krankheiten, Sorgen und Bedürfnisse der
Patienten keine Öffnungszeiten kennen. "Obwohl wir als Gesundheitsexperten
persönlich verantworten, was wir kostengünstig an die Patienten abgeben,
degradieren uns Politiker innerhalb der Diskussion der Gesundheitsreform zu
Lobbyisten", so Schmidt. Der Apotheker fordert alle Bundes- und
Landespolitiker auf, nicht auf Kosten der Patienten zu handeln. "Der Wegfall
der Preisbindung für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel ebnet den
Weg für ruinöse Preiskämpfe nach unten, aber auch nach oben. Die Zulassung
von Versandhandel und Mehrbesitz wird die ohnehin existenzbedrohende
Situation gerade für Apotheken im ländlichen Raum verschärfen. Das ist
Wettbewerb zu Lasten der Versorgungsqualität und des Verbraucherschutzes,
denn die Bedingungen sind nicht für alle gleich. Für ausländische
Versandhändler zählen Umsätze mehr als Nacht- und Notdienste. Und es wird
nicht lange dauern, bis wir uns auch hierzulande diese Dienste dann nicht
mehr leisten können², schlussfolgert Schmidt.

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