Licht und Medikamente helfen bei Winterdepressionen

Dresden (SLAK, 29.11.2004): 

Etwa jeder Zehnte kennt das Seelentief im Winter aus eigener Erfahrung: Man fühlt sich schlapp und melancholisch, igelt sich zuhause ein und nascht zu viele Süßigkeiten. Im Unterschied zu anderen Depressionen, bessern sich die meisten „Winterdepressionen“ (saisonal abhängige Depression, SAD) im Frühjahr von allein. „Die Ursache ist wahrscheinlich der Lichtmangel. Im Gehirn ist zu viel „Schlafhormon“ Melatonin und zu wenig von dem „Gute-Laune-Botenstoff“ Serotonin verfügbar. Das erklärt auch den Heißhunger auf Schokolade: Sie enthält eine Vorstufe des Serotonins“, erklärt Frau Apothekerin Brigitte Keil aus der Liebig-Apotheke in Dresden.

Frau Apothekerin Keil: „Weil Licht für die Stimmung so wichtig ist, sollte man im Winter möglichst viel Zeit draußen verbringen. Ein Spaziergang in der Mittagspause kann schon ausreichen. Die Lichtstärke eines trüben Wintertags liegt bei etwa 2000 Lux. Wenn die Sonne scheint, umso besser – aber bitte auf die Sonnenbrille verzichten.“ Auch Lichtduschen können eine Winterdepression bessern. Dazu werden spe-zielle Lampen eingesetzt, die ein sehr helles Licht abgeben, etwa 2.500 bis 10.000 Lux. Zum Vergleich: Ein sonniger Sommertag bringt es auf 100.000 Lux. „Am besten morgens einige Zeit vor dieser Lampe verbringen, dabei kann man auch essen oder lesen. Etwa drei Viertel der Winterdepressionen bessern sich nach einer Woche“, rät Frau Keil.

Frau Keil: „Bei Winterdepressionen rate ich oft zu Johanniskraut. Dragees mit definierten Extrakten kön-nen die Stimmung heben – die Wirkung setzt aber erst nach einigen Tagen ein. Manche Kunden fragen mich nach homöopathischen Arzneimitteln. Eingesetzt werden beispielsweise Aurum metallicum D 12 oder Pulsatilla D 12, sie sollten wie alle Homöopathika individuell ausgewählt werden.“ Wenn diese re-zeptfrei erhältlichen Arzneimittel nicht ausreichen, kann der Arzt synthetische Wirkstoffe verordnen. „Ich erkläre meinen Patienten dann, dass die meisten Antidepressiva erst nach einigen Tagen bis Wochen zu wirken beginnen, die Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit aber oft schon früher beginnen. Deshalb ermuntere ich sie dazu, das Mittel erst drei bis vier Wochen lang einzunehmen, bevor sie es enttäuscht zur Seite legen. Denn gerade depressive Menschen glauben gar nicht daran, dass ihnen geholfen werden kann und geben vorschnell auf“, schließt Frau Keil.

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