Telematikinfrastruktur: Informationsmaterialien zum elektronischen Medikationsplan von gematik und ABDA 20.08.2020

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor wenigen Tagen haben wir Sie über die Zulassung des ersten eHealth-Konnektors informiert (SLAK-Rundbrief 163/2020). Mittlerweile wurde ein weiterer eHealth-Konnektor der Firma secunet Security Networks AG durch die gematik zertifiziert. Damit hat die Anbindung der Apotheken an die bundeseinheitliche Telematikinfrastruktur (TI) begonnen.

Seit März 2020 hat die Sächsische Landesapothekerkammer bereits die Legitimation für 646 Heilberufsausweise (HBA) und 711 Institutionskarten (SMC-B) für die insgesamt 955 öffentlichen Apotheken in Sachsen erteilt. Diese sind für die Beantragung der jeweiligen Karten zur Autorisierung und Inbetriebnahme der eHealth-Konnektoren sowie den Zugriff auf die Fachanwendungen (z. B. den elektronischen Medikationsplan) notwendig. Auch wenn durch die verspätete Zulassung der eHealth-Konnektoren voraussichtlich die Kapazitäten der Hardwarehersteller und der Softwarehäuser für die Anbindung aller Apotheken in ganz Deutschland bis zum 30. September 2020 nicht ausreichen werden, ist dieser Stichtag für die Apotheken dennoch gesetzlich bindend. Wir bitten daher alle diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die ihre Legitimation/en bisher noch nicht bei der Sächsischen Landesapothekerkammer beantragt haben, dies zeitnah zu tun.

Mit dem für Herbst 2020 erwarteten Inkrafttreten des Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) soll ein neuer § 340 Abs. 5 SGB V Geltung entfalten, der wie folgt lautet:

„Komponenten zur Authentifizierung von Leistungserbringerinstitutionen dürfen nur an Leistungserbringerinstitutionen ausgegeben werden, denen ein Leistungserbringer, der Inhaber eines elektronischen Heilberufs- oder Berufsausweises ist, zugeordnet werden kann.“ Das bedeutet, dass die Sächsische Landesapothekerkammer mit Inkrafttreten dieser Vorschrift Anträge von Betriebserlaubnisinhabern auf Erteilung einer Institutionskarte (SMC-B) erst dann bearbeiten darf, wenn an jene zuvor deren Heilberufsausweis ausgeliefert wurde.

Mit der Zulassung der ersten eHealth-Konnektoren hat auch der Rollout der medizinischen Fachanwendungen mit dem elektronischen Medikationsplan (eMP) Stufe A (Speicherung auf der eGK) in den Apotheken begonnen. Über die Verbindung mit dem sicheren Datennetz können Apotheken auf Wunsch der Patienten künftig den elektronischen Medikationsplan auf der Gesundheitskarte aktualisieren. Ab 2021 können sie arzneimittelbezogene Informationen in der elektronischen Patientenakte hinterlegen und ab 2022 auch flächendeckend elektronische Rezepte empfangen und bearbeiten.

Die gematik hat in Abstimmung mit ihren Gesellschaftern Informationsmaterialien erarbeitet und auf ihrer Webseite bereitgestellt. Für Apotheken relevant sind insbesondere

  • der Leitfaden zum elektronischen Medikationsplan für Apotheker und pharmazeutisches Personal,
  • die Checkliste eMP anlegen und
  • die Checkliste eMP auslesen.

Diese Dokumente finden Sie unter https://www.gematik.de/anwendungen/e-medikationsplan/ .

In Ergänzung zu diesen Materialien hat die ABDA ein FAQ-Dokument zum Umgang mit dem eMP in Apotheken erarbeitet, das Fragen zur praktischen Arbeit in den Apotheken, rechtliche Fragen zum eMP sowie Fragen zur Handhabung des Speichermediums eGK behandelt. Mit den FAQ soll den Apotheken zusätzliche Hilfestellung im Umgang mit dem eMP gegeben werden.

Weiterhin wurde eine BAK-Arbeitshilfe „Muster für eine Einwilligungserklärung zur Erstellung des elektronischen Medikationsplans“ erstellt. Die Muster-Einwilligungserklärung finden Sie bei den Leitlinien und Arbeitshilfen (siehe https://www.abda.de/fuer-apotheker/qualitaetssicherung/leitlinien/leitlinien-und-arbeitshilfen/) unter dem Punkt „Rezeptbelieferung“.

Auf der ABDA-Webseite finden Sie die FAQ künftig unter https://www.abda.de/themen/e-health/telematik/emp/amts/ als Leseversion und unter „Downloads“ als pdf-Dokument.
 

Ansprechpartner:

SLAK (HBA + SMC-B): Corina Seidel, Tel.: 0351/263 93 208; Nadine Seifert, Tel.: 0351/263 93 218
SAV (Anbindung TI/Refinanzierung): Dr. Kathrin Quellmalz, Tel.: 0341/336 52 44; Christine Honscha, Tel. 0341/336 52 43

« Telematikinfrastruktur: demnächst geänderte Reihenfolge bei Kartenbeantragung Fachlicher Austausch im digitalen Live-Event: expopharm Impuls »

« zurück

Oben