Ayurveda und Hippokrates? 20.09.2004

Wie die ca. 5000 Jahre alte indische Heilkunst die Entwicklung der klassischen Medizin der Griechen bereits zur Zeit Alexander des Großen beeinflusste, das erklärte die berühmte indische Pharmakologin und Ayurvedalehrerin Dr. Vinod Verma am Samstag, den 4. September 2004, bei strahlender Sonne in unserem Konferenzpavillon 35 interessierten sächsischen Apothekern.

Frau Dr. Verma leitet ein ayurvedisches Gesundheitszentrum in Nordindien und publizierte zahlreiche Bücher über Ayurveda, Yoga und Frauen, wie z. B. „Gesund und vital durch Ayurveda“, „Yoga und Ayurveda“ oder „Ayurveda, gesund und erfolgreich im Alltag und Beruf“. In Europa hatte Ayurveda zur Zeit von Hippokrates von Kos (460-377 v. Chr.), dem großen Medizinmann der Antike, eine gewisse Konjunktur, denn es ist überliefert, dass er vorrangig mit den Mitteln der ayurvedischen Medizin arbeitete.

In einer entspannten, lockeren Atmosphäre erklärte Dr. Verma das Grundprinzip der ayurvedischen Heilkunst, das eine Einheit zwischen rationalem medizinischen Denken und Spiritualität darstellt und den Patienten ganzheitlich betrachtet. Gleichzeitig erklärte sie die drei wichtigsten Funktionsprinzipien (Doshas) – Vata (Bewegungsprinzip – Äther, Luft), Pitta (Stoffwechselvorgänge – Feuer) und Kapha (strukturgebendes Prinzip – Erde) – und die weiteren Prinzipien des Seins, auf denen die ayurvedische Medizin beruht. Die drei Doshas bilden im Idealfall eine Einheit von Körper, Geist und Seele. Dieser Zustand wird auch als „Prakriti“ bezeichnet. Demnach gilt es, die Stufe, die ein potenzieller Patient betritt, wenn er unter krankmachenden Einflüssen aus seinem „Urgesundheitszustand“ – seinem Prakriti – in einen Übergangszustand – ein Vikriti – gerät, frühzeitig zu erkennen.
Getreu dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“ lehrt Ayurveda, so die Expertin, wie ein erfülltes und vitales Leben möglich und damit ein Gleichgewicht der Elemente durch verschiedene Methoden erreicht wird. Dazu zählen u. a. die innere Reinigung, Yoga, Farb-, Aroma- und Musiktherapie. Eine wichtige Rolle spielt eine speziell angepasste, typengerechte Ernährung. Im Gegensatz zur Schulmedizin sind hier Blutspenden allerdings undenkbar! Im letzten Teil des Seminars wurden die zwölf wichtigsten Heilpflanzen, wobei Zimt und Curcuma eine Hauptrolle spielen, hinsichtlich ihrer Anwendung in Ernährung und Medizin vorgestellt. Frau Dr. Vinod Verma vermittelte in sehr anschaulicher Weise Grundwissen der ayurvedischen Medizin und weckte damit Interesse, in einem ihrer Bücher weiterzulesen.

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