Verbrüht, verbrannt: Gefahren in der Weihnachtszeit

Dresden (SLAK, 15.12.2017): 

So leisten Sie Erste Hilfe – und was dafür in die Hausapotheke gehört

Im Advent sollen Kerzen, Tee und Plätzchenbacken für Vorfreude sorgen. Doch von den Stim-mungsbringern gehen auch Risiken aus – zumal Stress und Hektik in der Vorweihnachtszeit die Unfallgefahr ohnehin erhöhen. Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, erklärt, wie man bei solchen Haushaltsunfällen richtig reagiert, und gibt Tipps für eine sichere Advents- und Weihnachtszeit.

Herr Donner, welche besonderen Gefahren drohen in der Advents- und Weihnachtszeit?

Zunächst sollte man sich bewusst sein, dass Stress und Hektik die Unfallgefahr generell erhöhen – nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch zuhause. Hier sorgen Kerzen, Kaminfeuer, Plätzchenbacken und die Tasse Adventstee zwar für Vorfreude, bergen bei unsachgemäßem Umgang aber auch zusätzliche Gefahren – vor allem, wenn Kinder im Haus sind. Es drohen Verbrennungen und Verbrühungen, letztere sind bei kleinen Kindern ein häufiger Unfall. Doch mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich diese Risiken minimieren. Und man sollte natürlich wissen, was im Falle eines Falles zu tun ist.

Was kann man denn bei Verbrennungen und Verbrühungen tun?

Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben und schnell zu reagieren. Bei Kindern können solche Verletzungen lebensbedrohlich sein, sobald mehr als zehn Prozent der Hautoberfläche betroffen sind: es drohen Atem- und Kreislaufstörungen. Schon eine Tasse heißer Flüssigkeit reicht aus, um bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu dreißig Prozent der Körperoberfläche zu verbrühen. Und weil Kinder eine dünnere Haut haben, genügen dafür wenige Sekunden Einwirkzeit. In solchen Fällen ist sofort der Rettungsdienst unter 112 zu rufen. Bei Verbrühungen muss dann umgehend die Kleidung entfernt und dazu ggf. aufgeschnitten werden, allerdings nur, wenn sie nicht eingebrannt ist. Um Unterkühlungen zu vermeiden, sollte man das Kind anschließend in einer leichten Decke warmhalten, bis der Rettungsdienst kommt.

Wann und wie kann man solche Wunden selbst versorgen?

Wenn größere Hautflächen oder wenn kleine Kinder betroffen sind, sollte man die Behandlung grundsätzlich dem Arzt überlassen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann man kleine Brandwunden, maximal so groß wie die Oberfläche eines Fingers, selbst versorgen. Dazu sollte man die Stelle einige Minuten lang unter fließendem zimmerwarmem Wasser kühlen, aber nur, wenn nicht der Rumpf betroffen ist: hier drohen Unterkühlungen. Aus demselben Grund eignet sich auch Eis – unabhängig von der Körperstelle – generell nicht zum Kühlen. Anschließend bedeckt man die Wunde locker mit einer sterilen Kompresse. Ist die Haut noch intakt, kann man zusätzlich ein kühlendes Brandgel auftragen. Bei offenen Wunden empfiehlt sich eine silberbeschichtete, keimmindernde Wundauflage. Hausmittel wie Butter, Mehl oder Quark sind ungeeignet, weil sie zu Infektionen führen können. Diese Gefahr droht auch, wenn man Brandblasen öffnet, deshalb sollte man dies stets unterlassen.

Und wie lassen sich solche Unfälle verhindern?

Indem man vorausschauend denkt und handelt: Heiße Getränke und Wasserkocher müssen immer außer Reichweite von Kleinkindern stehen, auch sollte man Kinder nicht auf den Schoß nehmen, wenn man etwas Heißes trinkt. Vor dem Baden oder Inhalieren, bei Wärmflaschen oder warmen Getränken ist stets die Temperatur zu prüfen. Beim Backen gilt: kleine Kinder nie mit dem heißen Backofen allein lassen, ihn nur selbst bedienen und nicht offenstehen lassen. Feuerzeuge und Streichhölzer sollten für Kleinkinder generell tabu und deshalb an sicheren Orten aufbewahrt sein, älteren Kindern muss man rechtzeitig den richtigen Umgang mit Feuer beibringen. Auch ohne Kinder gilt: Offenes Feuer – und sei es nur eine einzige Kerze – ist stets im Blick zu behalten. Kerzen gehören auf feuerfeste, stabile Untergründe bzw. in entsprechende Gefäße und sollten in sicherer Entfernung von brennbaren Materialien, z. B. Tannenzweigen oder Gardinen stehen. Feuerfeste Dekoration verringert das Brandrisiko zusätzlich. Dennoch sollte immer ein Eimer Wasser oder eine Decke zum Löschen in der Nähe sein.

Falls doch etwas passiert: Was gehört in die Hausapotheke, um schnell Hilfe leisten zu können?

Um kleine Wunden gut versorgen zu können, sollte man zuhause Heftpflaster mit und ohne Wundauflage, sterile Kompressen, Verbandpäckchen und Mullbinden in verschiedenen Größen griffbereit haben. Dazu kommen ggf. Brandgel, Pinzette und Verbandschere, Rettungsdecke und Dreiecktuch sowie Einmalhandschuhe in passenden Größen. Diese Erste-Hilfe-Ausstattung lagert man am besten im Flur – niemals in Küche oder Bad, weil Hitze und Dampf die Materialien schnell unbrauchbar machen. Um das Verfallsdatum nicht zu überschreiten, sollten sie zudem regelmäßig ausgetauscht werden. In der Apotheke ist man bei der Bestückung der Hausapotheke gern behilflich.

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde

Tel: 03504 / 61 24 05
 / E-Mail: goeran.donner@apotheke-dipps.de

 

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