Pharmaziestudium in Leipzig: Stiftungskonsortium fördert Innovationsprojekt zum Medikationsmanagement
Dresden (SLAK, 07.05.2026):
Ein Stiftungskonsortium aus Sächsischer Landesapothekerkammer, Sächsischem Apothekerverband und AOK PLUS unterstützt ein Innovationsprojekt zum Medikationsmanagement an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Ab April 2026 ermöglichen die Partner eine auf fünf Jahre angelegte Förderung, mit der die berufspraktische Ausbildung im Studiengang Pharmazie gezielt weiterentwickelt werden soll. Gleichzeitig soll das Lehrkonzept wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden.
Ziel der Förderung ist es, Kompetenzen im Medikationsmanagement bereits während des Studiums stärker zu verankern. Apothekerinnen und Apotheker übernehmen in diesem Bereich eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung, etwa bei der Analyse der gesamten Medikation, der Identifikation arzneimittelbezogener Probleme und der Unterstützung der Therapietreue.
„Die Apotheke ist häufig der erste Ansprechpartner, wenn es in der Zusammenarbeit mit dem Arzt und in der Selbstmedikation um Prävention und Therapie von Erkrankungen geht. Auf diese anspruchsvolle Aufgabe sollten unsere angehenden Kolleginnen und Kollegen bereits im Studium vorbereitet werden“, erklärt Apotheker Göran Donner, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer.
Auch Apotheker Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbands, betont die wachsende Bedeutung des Medikationsmanagements im Apothekenalltag: „Neue pharmazeutische Dienstleistungen etablieren sich zunehmend in der Versorgung. Daher ist es wichtig, dass die universitäre Ausbildung mit den steigenden Anforderungen Schritt hält.“
Aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung unterstreicht Apothekerin Julia Lämmel von der AOK PLUS die Bedeutung pharmazeutischer Dienstleistungen für eine sichere Arzneimitteltherapie. Ein strukturiertes Medikationsmanagement könne nicht nur die Versorgung der Versicherten verbessern, sondern auch dazu beitragen, Folgekosten im Gesundheitssystem zu reduzieren.
Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig begrüßt das Engagement des Stiftungskonsortiums. „Die enge Verzahnung von Pharmazie und Medizin an der Universität Leipzig ist ein deutschlandweit einzigartiges Konzept“, sagt Prof. Dr. Ingo Bechmann, Dekan der Medizinischen Fakultät. „Wir freuen uns sehr über und sind dankbar für die Unterstützung, mit der wir unsere Ausbildung über die curriculare Lehre hinaus weiterentwickeln und Nachwuchs für die Versorgung der Bevölkerung besonders qualifizieren können.“
Die fachliche Umsetzung des Projekts erfolgt im Bereich Klinische Pharmazie am Institut für Pharmazie. „Wir wollen innovative Lehrkonzepte zum Medikationsmanagement weiterentwickeln und wissenschaftlich evaluieren“, erläutert Prof. Dr. Thilo Bertsche, Studiendekan für Pharmazie und Leiter des Bereichs Klinische Pharmazie. Bereits heute umfasst die Ausbildung unter anderem eine Übungsapotheke mit einem Raum zum Simulieren von Beratungsgesprächen, die Teilnahme an klinischen Visiten, Praktika zur Medikationsanalyse sowie Recherchekurse zur Arzneimittelinformation und evidenzbasierten Selbstmedikation.
Mit dem neuen Projekt soll dieser Ansatz ausgebaut werden. Ziel ist es, Studierende frühzeitig für patientennahe Tätigkeiten zu begeistern und sie auf unterschiedliche berufliche Einsatzfelder fachlich vorzubereiten, insbesondere in den Apotheken. Weitere Schwerpunkte liegen auf medizinisch-wissenschaftlichen Tätigkeiten, der Arzneimittelzulassung und der Arzneimittel(therapie)sicherheit.
Die Klinische Pharmazie an der Universität Leipzig kann dabei auf ein breites Netzwerk in Forschung und Lehre zurückgreifen. Dazu zählen Kooperationen mit öffentlichen Apotheken in der Region, die interprofessionelle Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachrichtungen am Universitätsklinikum Leipzig sowie Projekte mit der Klinikapotheke im Rahmen des Zentrums für Arzneimittelsicherheit (ZAMS). Auch die Zusammenarbeit mit allgemeinmedizinischen Praxen und Lehrkrankenhäusern ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts.
Pressekontakt:
Medizinische Fakultät der Universität Leipzig: Peggy Darius, Tel. 0341/97 15798, E-Mail: Peggy.Darius@medizin.uni-leipzig.de
Sächsische Landesapothekerkammer: Solveig Wolf, Tel. 0351/263 93 214, E-Mail: s.wolf@slak.de
Sächsischer Apothekerverband e. V.: Dr. Kathrin Quellmalz, Tel. 0341/336 52 44, E-Mail: quellmalz@sav-net.de
AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen: Pascal Ziehm, Tel. 0800/10590 11142,
E-Mail: medien@plus.aok.de