Inventur in der Hausapotheke

Dresden (SLAK, 29.01.2019): 

Was drin sein sollte, was raus muss – und wie man sie richtig aufbewahrt

Gesundheit wünscht sich wohl jeder fürs neue Jahr. Doch kleine Verletzungen und leichte akute Erkrankungen gehören nun mal zum Alltag. Gut, wenn man sie zu Hause gleich selbst behandeln kann – eine richtig bestückte Hausapotheke macht es möglich. Welche Arznei-, Verband- und Hilfsmittel hineingehören, wie man sie richtig aufbewahrt und was beim jährlichen „Hausapotheken-Check“ entsorgt werden sollte, das erklärt Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer.

Herr Donner, was sollte eine Hausapotheke enthalten?

Zunächst natürlich alle individuell benötigten Medikamente. Dazu kommen Präparate gegen übliche akute Beschwerden wie Schmerzen, Fieber, Erkältungssymptome und Verdauungsprobleme. Wichtig sind zudem Mittel zur Versorgung kleiner Wunden und Verletzungen sowie ein Antiallergikum. Nicht fehlen dürfen Verbandmittel von Heftpflaster bis Mullbinde sowie Hilfsmittel wie Fieberthermometer, Kühlkompresse, Pinzette und Verbandschere. Am besten lässt man sich dazu in der Apotheke beraten.

Und wie bewahre ich meine Hausapotheke am besten auf?

Jedenfalls nicht in Bad oder Küche, wie es viele Menschen hierzulande leider tun. Denn Wärme, Licht und Feuchtigkeit lassen Präparate und Verbandmittel schnell verderben. Besser lagert man die Hausapotheke an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort, etwa im Schlafzimmer. Wichtig: Medikamente gehören nicht in Kinderhände – hier besteht akute Vergiftungsgefahr! Eine kindersichere Aufbewahrung garantiert ein abschließbarer Medizinschrank.

Was kann ich noch tun, um meine Hausapotheke in Top-Form zu bringen?

Woran viele Menschen nicht denken: Auch Medikamente haben ein Verfallsdatum. Daher sollte man den Inhalt der Hausapotheke mindestens einmal im Jahr durchsehen und alle Medikamente entsorgen, deren Haltbarkeitsdatum oder Aufbrauchfrist überschritten ist. Auch Präparate, die sichtlich gealtert sind, gehören in den Müll: Wenn sich Farbe, Form, Konsistenz oder Geruch verändert haben, Flüssigkeiten trüb oder Tabletten rissig geworden sind. Nicht zuletzt sollte man auch Verband- und Hilfsmittel regelmäßig ersetzen: Sie können altersbedingt unbrauchbar geworden sein. So haben z. B. sterile Verbandsmaterialien ein Verfallsdatum, nach dessen Ablauf die Sterilität nicht mehr gewährleistet ist. Der größte Teil dieses „Pharmamülls“ kann über den Hausmüll entsorgt werden, muss dabei aber vor dem Zugriff Unbefugter, insbesondere von Kindern, geschützt werden.

Apropos Kinder: Was gibt es für sie noch zu beachten?

Kinder dürfen keinesfalls einfach mit Medikamenten der Eltern behandelt werden, sondern benötigen stets altersgerechte Arzneimittel. Es empfiehlt sich daher, eine spezielle Kinder-Hausapotheke zusammenzustellen; dabei ist das Apothekenpersonal gern behilflich. Am besten bewahrt man alle Medikamente für Kinder streng getrennt von den Arzneimitteln für Erwachsene auf, denn Fehlgriffe und Verwechslungen können fatal sein. Ist dies nicht möglich, helfen deutliche Kennzeichnungen, etwa bunte Klebepunkte auf der Packung.

Viele Menschen halten Umverpackungen für überflüssig und entsorgen sie deshalb.

Faltschachtel und Beipackzettel mögen Platz wegnehmen, liefern aber wichtige Informationen und beugen der Verwechslungsgefahr vor. Daher sollte man alle Arzneimittel stets in der Originalverpackung und mit Beipackzettel lagern. Auf der Packung ist auch das Haltbarkeitsdatum aufgedruckt, danach darf das Medikament nicht mehr angewendet werden. Sind wasserhaltige Tropfen, Salben oder Sprays bereits angebrochen, halten sie sich meist noch wesentlich kürzer: Oxidationsprozesse und Mikroorganismen können sie nach kurzer Zeit unbrauchbar machen; speziell Augentropfen dürfen je nach Präparat nur bis zu vier Wochen lang verwendet werden. Die Länge dieser Aufbrauchfrist kann man dem Beipackzettel entnehmen; wer das jeweilige Anbruchdatum auf Packung oder Fläschchen notiert, behält den Überblick.

Selbst die bestsortierte Hausapotheke kann mitunter Lücken aufweisen. Was tun?

Fehlt abends, am Wochenende oder an Feiertagen etwas, hilft der Apotheken-Notdienst weiter. Die nächstgelegene Notdienst-Apotheke lässt sich mit dem „Apothekenfinder 22 8 33“ schnell ermitteln. Er ist deutschlandweit bequem und schnell erreichbar, u. a. per Handy (unter 22 8 33), Festnetz (unter 0800 22 8 33) und über eine spezielle App. Einen Online-Notdienstfinder bietet auch die Website der Sächsischen Landesapothekerkammer.

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde


Tel.: 03504/ 61 24 05 / E-Mail: vizepraesident@slak.de

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