Apotheker in Sachsen informieren - Jeder vierte Sachse braucht fünf oder mehr verschiedene Medikamente

Dresden (SLAK, 30.06.2010): 

 Für jeden vierten Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in Sachsen – das sind etwa 770.000 Bürger – waren im Laufe des Jahres 2009 fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe zur Behandlung notwendig. Das wertete das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) im Auftrag der Bundesapothekerkammer (BAK) aus.

 Für 12 Prozent der Versicherten – und damit rund 400.000 Sachsen – verordneten Ärzte sogar elf oder mehr verschiedene Wirkstoffe. Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Wirkstoffe steigt auch das Risiko für Wechselwirkungen. „Besonders wenn verschiedene Ärzte Medikamente verordnen, kann nur der Apotheker Wechselwirkungen erkennen und mögliche Probleme gemeinsam mit dem verordnenden Arzt lösen“, so Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer. Der Apotheker kann nur dann die relevanten Wechselwirkungen erkennen, wenn er einen Überblick über alle eingenommenen Medikamente hat – auch die der Selbstmedikation oder zusätzlich privat verordnete Medikamente, wie zum Beispiel die Antibabypille. Schmidt: „Mein Rat an Patienten: Berichten Sie Ihrem Apotheker von allen Präparaten, die Sie einnehmen. Nur wenn Patienten, Ärzte und Apotheker eng zusammenarbeiten, ist die Arzneimitteltherapie sicher.“ 

 Das DAPI wertete Rezeptdaten für das Jahr 2009 für alle GKV-Versicherten aus. Bundesweit lösten mehr als 80 Prozent der Versicherten mindestens ein Rezept in einer Apotheke ein. In Sachsen brauchten 42 Prozent der Versicherten einen, 18 Prozent zwei rezeptpflichtige Wirkstoffe. Drei Wirkstoffe verordneten Ärzte für 11Prozent, vier für 4 Prozent ihrer Patienten. Bei dieser Auswertung konnten Wirkstoffe aus der Selbstmedikation und von Privatrezepten nicht erfasst werden. Angaben zum Alter der Patienten sind nicht möglich.

 

Pressekontakt:  Solveig Wolf, Sächsische Landesapothekerkammer, Tel.: 0351/263 93 214

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