„Du bist, was du isst“ – am besten gesund!

Dresden (SLAK, 06.03.2018): 

Wer sich richtig ernährt, bleibt fit und beugt vielen Krankheiten vor

Die Deutschen legen Wert auf gesundes Essen – theoretisch. Praktisch landet in den Mägen häufig das Falsche und davon zu viel – Übergewicht, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkran­kungen können die Folge sein. Dabei ist abwechslungsreiches, ausgewogenes Essen aus möglichst frischen Zutaten die beste Voraussetzung, um gesund und leistungsfähig zu bleiben und sich wohl zu fühlen. Anlässlich des „Tags der gesunden Ernährung“ am 07. März fasst Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, die aktuellen Empfehlungen zum richtigen Essen zusammen.

Herr Donner, 45 Prozent der Deutschen ist es wichtig, sich gesund zu ernähren. Aber was versteht man darunter eigentlich?

Gesund essen heißt abwechslungsreich und ausgewogen essen. Essen ersetzt verbrauchte Energie und dient dazu, den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen: Eiweiß, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, aber auch Kohlenhydrate und Fett. Entscheidend sind die jeweilige Menge und der richtige Mix. Beides kann individuell ganz unterschiedlich sein – je nach Alter, Gesundheitszustand und Lebenssituation. Statt auf die Kalorienzahl sollte man lieber auf die Inhaltsstoffe und den Verarbeitungsgrad der Lebensmittel achten. Und weil keines alle Nährstoffe enthält, lohnt es sich, die ganze Vielfalt der bei uns erhältlichen unverarbeiteten Lebensmittel zu genießen. Essen ist aber auch Geschmackssache. Deshalb orientiert man sich am besten an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Die von ihr entwickelte dreidimensionale Ernährungspyramide und der DGE-Ernährungskreis veranschaulichen die empfohlenen Mengen und den ernährungsphysiologischen Wert der unterschiedlichen Nahrungsmittelgruppen sehr gut.

Worauf sollte man denn der DGE zufolge achten?

Das wichtigste Lebensmittel ist Flüssigkeit: rund 1,5 Liter sollte man pro Tag trinken, bevorzugt kalorienfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee. Von zuckergesüßten Getränken und Alkohol rät die DGE ausdrücklich ab. Kohlenhydratreiche Lebensmittel, zum Beispiel Getreideprodukte und Kartoffeln, liefern Energie, deshalb sollten sie die Basis jeder Mahlzeit bilden. Ideal sind Vollkornprodukte: sie sättigen länger und decken auch den Bedarf an Ballaststoffen – bereits 40 bis 50 g davon pro Tag senken das Risiko für Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Dickdarmkrebs. Für Obst und Gemüse – dazu zählen auch Hülsenfrüchte und ungesalzene Nüsse – gilt die berühmte Regel „5 am Tag“: am besten dreimal Gemüse und zweimal Obst, möglichst ungeschält und frisch. Fleißige Obst- und Gemüseesser senken dank der reichlich enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, Ballast- und sekundären Pflanzenstoffe nachweislich ihr Risiko für zahlreiche Krankheiten. Täglich zu sich nehmen sollte man auch fettarme Milch oder Milchprodukte, sie liefern Eiweiß und Mineralstoffe. Sahne und Eis zählen leider nicht: Sie enthalten zu viel Fett und/oder Zucker. Fisch sollte ein- bis zweimal wöchentlich verzehrt werden, er liefert unter anderem wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Und was ist mit umstrittenen Lebensmitteln wie Fleisch, Fett und Zucker?

Da sagt die DGE ganz klar: Weniger ist mehr. Die empfohlene Obergrenze für Fleisch und Wurstwaren liegt bei 300 bis 600 g pro Woche, magere Fleisch- und Wurstsorten sind zu bevorzugen. Maßhalten gilt auch für Eier: Drei pro Woche sind genug. Bei Fett und Öl rät die DGE zu gesundheitsfördernden pflanzlichen Produkten, etwa aus Raps. Ausdrücklich gewarnt wird vor den sogenannten „versteckten Fetten“ – aber auch zu viel Zucker oder Salz –, die in verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast Food- und Fertigprodukten enthalten sind. Generell sollte man auf Zucker sowie zuckergesüßte Getränke und Lebensmittel möglichst verzichten: sie liefern meist nur überflüssige „leere“ Kalorien ohne Nährstoffe. Bei Salz sollte man ausschließlich zu Produkten mit Fluorid- und Jodid-Zusatz greifen und diese so sparsam wie möglich einsetzen, denn Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben. Zum Würzen eignen sich Kräuter ebenso gut.

Das klingt so, als ob gesunde Ernährung schon beim Einkauf anfängt.

Das ist zweifellos so. Aber auch Lagerung und Zubereitung spielen eine Rolle. Ein Lebensmittel ist umso wertvoller, je frischer und je weniger verarbeitet es ist. Jeder Tag im Kühlschrank kostet Vitamine. Bei ununterbrochener Kühlkette und intakter Verpackung kann daher Tiefgekühltes eine gute Alternative sein, auf Fertiggerichte sollte man jedoch auch hier besser verzichten. Wer beim Kochen die wertvollen Inhaltsstoffe und den Geschmack erhalten will, gart so kurz wie möglich bei niedrigen Temperaturen mit wenig Wasser oder Fett. Und beim Braten, Backen, Grillen und Frittieren sollte möglichst nichts verbrennen.

Was kann ich noch tun, um mit dem Essen Gesundheit und Wohlbefinden zu steigern?

Bewusst, ohne Zeitdruck und Ablenkung genossen, schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern macht auch schneller satt und ist oft bekömmlicher. Wer geistig und körperlich fit und leistungsfähig bleiben will, sollte sich zudem regelmäßig bewegen und auch im Alltag aktiv bleiben. Sind sich Patien­ten mit ernährungsabhängigen Krankheiten wie Diabetes unsicher, was sie essen können, sollten sie sich in der Apotheke beraten lassen.

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde

Tel: 03504 / 61 24 05
 / E-Mail: vizepraesident@slak.de

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