Schutz vor unerwünschten „Souvenirs“

Dresden (SLAK, 19.04.2018): 

Reiseimpfungen rechtzeitig vornehmen – Apotheken bieten Beratung an

In gut zwei Monaten beginnen in Sachsen die Sommerferien – höchste Zeit, sich reisemedizinisch beraten zu lassen. Wichtigste Voraussetzung für einen sorgenfreien Urlaub: die richtigen Reiseimpfungen. Den aktuellen Impfschutz überprüfen und ggf. ergänzen lassen sollten nicht nur Fernreisende nach Afrika oder Asien. Schon für den Badeurlaub am Mittelmeer können zusätzliche Immunisierungen sinnvoll sein. Selbst wenn das Ziel nur „Balkonien“ heißt, sollten die hierzulande empfohlenen Regelimpfungen vollständig und aktuell sein. Im Rahmen der „Europäischen Impfwoche“ vom 23. bis 29. April erklärt Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, was beim Reiseimpfschutz zu beachten ist.

Herr Donner, warum ist es so wichtig, sich impfen zu lassen – auch und gerade vor Reisen?

Als Schutz gegen Infektionskrankheiten sind Impfungen eine der wichtigsten und wirksamsten medizinischen Vorsorgemaßnahmen überhaupt. Mit ihrer Hilfe konnten viele lebensbedrohliche Krankheiten nahezu ausgerottet oder zumindest erheblich eingedämmt werden, etwa die Pocken. Wer sich impfen lässt, zeigt Verantwortungsbewusstsein: Er schützt nicht nur sich selbst vor Ansteckung, sondern auch Menschen in seinem Umfeld, die aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, etwa Neugeborene.

Mit der Globalisierung ist speziell das Thema Reiseimpfungen noch wichtiger geworden: Weil uns Urlaubs- und Geschäftsreisen immer häufiger rund um den halben Globus und wieder zurück führen, ist der richtige Reiseimpfschutz so unentbehrlich wie Pass, Geld oder Visum. Dennoch werden sie oft ganz vergessen oder viel zu spät in Angriff genommen. Denn weil es bei einigen Impfstoffen geraume Zeit dauert, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, sollte man etwa ein halbes Jahr, spätestens jedoch sechs Wochen vor Reiseantritt mit den nötigen Impfungen beginnen.

Schlechte Aussichten also für Last-Minute-Urlauber?

Nein, in manchen Fällen gibt es auch noch kurzfristig wirksame Möglichkeiten der Immunisierung. Das gilt vor allem fürs Auffrischen der in Deutschland empfohlenen Regelimpfungen etwa gegen Tetanus, Diphtherie und Polio: Sie sind sogar noch am Tag der Abreise möglich. Besser ist es aber, rechtzeitig einen Blick in den Impfausweis zu werfen – und zwar gemeinsam mit dem Arzt oder Apotheker. Eine bevorstehende Reise ist zudem ein guter Anlass, um den Status der bei uns üblichen Standard-Immunisierungen zu überprüfen. Das gilt auch für vermeintliche ‚Kinderkrankheiten‘ wie Masern, Röteln, Mumps und Keuchhusten: sie können für Erwachsene nämlich ebenfalls erhebliche Risiken bergen. Sollten sich hier Lücken auftun, lassen sich diese mit wenigen Kombinationsimpfungen schnell schließen. Die Kosten hierfür übernehmen die Krankenkassen; Reiseimpfungen muss man aber in der Regel selbst bezahlen.

Welche Impfungen sind neben diesen Standardimmunisierungen noch sinnvoll bzw. notwendig?

Das hängt von der Art des Aufenthalts und vom Reiseziel ab. In manchen Ländern sind bestimmte Impfungen vorgeschrieben. Deshalb sollte man sich unbedingt rechtzeitig informieren. Zahlreiche Apotheken in Sachsen bieten eine umfassende reisemedizinische bzw. Reiseimpfberatung an. Grundsätzlich empfehlenswert sind je nach Reiseart und -ziel folgende Zusatzimmunisierungen:

  • Hepatitis A gilt als Standardimpfung für alle außereuropäischen Reiseziele und Südeuropa. Hepatitis B wird zusätzlich für Risikogruppen empfohlen, da die Ansteckung nur durch Blut- oder Sexualkontakte erfolgt. Ersteres kann aber schon bei einem Klinikaufenthalt passieren.
  • Gegen Typhus sollten sich alle Rucksack- und Langzeitreisenden im außereuropäischen Ausland schützen. Empfohlen wird die Impfung zudem generell für Touristen im südlichen und östlichen Mittelmeerraum, in der Karibik sowie in Mittel- und Südamerika.
  • Eine oft unterschätzte Gefahr, vor allem für Wander- und Outdoor-Urlauber, ist die durch Tierbisse übertragene Tollwut. Sie droht Reisenden auf fast allen Kontinenten, sogar in Mitteleuropa. Nicht oder zu spät behandelt, verläuft die Krankheit fast immer tödlich, eine Impfung bei Reisen in Risikogebiete ist daher unbedingt sinnvoll.
  • Für bestimmte Ziele innerhalb Europas (auch Mittel- und Nordeuropa) ist die Impfung gegen FSME empfehlenswert, Ägyptenreisende sollten sich gegen Meningokokken-Meningitis schützen, Asientouristen gegen Japanische Encephalitis.
  • Eine Gelbfieber-Impfung sollten Reisende mit Zielen in Südamerika und Asien vornehmen.
  • Gegen Malaria ist keine Impfung möglich, wohl aber eine medikamentöse Prophylaxe. Je nach Reisezeit und -ziel variieren die angewandten Präparate, eine individuelle Beratung ist daher unabdingbar. Zusätzlich sollten sich Reisende in tropischen Gefilden durch entsprechende Kleidung, Netze und geeignete Mückenabwehrmittel schützen.

Stichwort reisemedizinische Beratung: was umfasst diese noch?

Nun, selbst wenn man durch die Impfungen gegen Schlimmeres gefeit ist: Verderben können den Urlaub auch schon Durchfall oder Kopfschmerzen. Mit einer entsprechend bestückten Reiseapotheke sind Reisende hier für alle Fälle gerüstet. Es ist sinnvoll, sich bei der Zusammenstellung in der Apotheke beraten zu lassen: das pharmazeutische Personal dort weiß, welche Medikamente und Verbandmittel im Notfall greifbar sein sollten.

 

Vom 23. bis 29. April 2018 begeht die Europäische Region der WHO die Europäische Impfwoche (EIW), eine jährliche Initiative, die auf die Bedeutung von Impfungen für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen aufmerksam machen soll. Seit ihren Anfängen im Jahr 2005 ist die EIW zu einem allgemein anerkannten Ereignis geworden, das primär von den Mitgliedstaaten in der Europäischen Region getragen wird und bei dem die Länderbüros der WHO und die Partnerorganisationen, Gesundheitsministerien, Berufs- und Elternverbände, die örtlichen Gesundheitseinrichtungen und die Politik eingebunden werden. Die Initiative soll dazu beitragen, die Nachfrage nach Impfmaßnahmen in der Öffentlichkeit sowie die Unterstützung durch die Politik mit Überzeugungsarbeit und gezielten Informations- und Aufklärungsveranstaltungen aufrechtzuerhalten.

Quelle: www.euro.who.int

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde

Tel: 03504 / 61 24 05
 / E-Mail: vizepraesident@slak.de

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