Sonnenschutz: hier dürfen Kinder ganz dick auftragen

Dresden (SLAK, 15.07.2015): 

Die ersten fünf Lebensjahre entscheiden über späteres Hautkrebsrisiko

Einen Platz an der (Urlaubs-)Sonne – den streben in den anstehenden Sommerferien auch viele Familien aus Sachsen an. Doch egal, ob am Meer oder im Gebirge: Sonnenschein ist nicht nur wohltuend und stimmungsfördernd, sondern aufgrund der UV-Strahlung auch die Hauptursache für Hautalterung und erhöhtes Hautkrebsrisiko. Vor allem für Kinder gilt: allzu viel ist ungesund. Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, gibt Tipps, wie Sie Ihre Kleinen effektiv vor der Sonne schützen.

Herr Donner, brauchen Kinder einen anderen Sonnenschutz als Erwachsene?

Ja, denn Kinderhaut kann sich schlechter gegen schädliche Umwelteinflüsse schützen. Dazu zählt auch die Sonne: ihre UV-Strahlung schädigt die Fasern und Zellen der Haut, so dass sie rascher altert, schneller unelastisch wird und früher Falten bekommt. Viel gravierender ist aber: jeder Sonnenbrand in den ersten fünf Lebensjahren erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Weil vor allem Babyhaut nur wenig vom Schutzpigment Melanin ausbilden kann, gilt für Kinder unter einem Jahr ein generelles Sonnenverbot. Auch ältere Kinder sollten in der besonders UV-intensiven Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr nicht in der prallen Sonne spielen. Darüber hinaus muss man unbedingt für umfassenden Sonnenschutz sorgen.

Wie kann man seine Kinder am besten vor der Sonne schützen?

Man hält sich an die 4-H-Regel: Hut, Hemd, Hose und hoher Lichtschutzfaktor. Denn Sonnencreme ist nur das i-Tüpfelchen beim Sonnenschutz. Weil sie bei Ganzkörper-Anwendung zu einem gefährlichen Hitzestau führen kann, trägt man sie nur auf unbedeckte Körperstellen auf und sorgt ansonsten durch luftige Kleidung, die Oberkörper und Oberschenkel bedeckt, Hut oder Mütze und einen Sonnenschirm für mechanischen Schutz. Gerade kleine Kinder dürfen der Sonne niemals unbekleidet ausgesetzt werden. Wer will, kann sogar zu Textilien mit eingearbeitetem UV-Schutz greifen, bei Sonnenbrillen ist dieser Schutz unverzichtbar. Bewölkter Himmel oder Schatten machen das Eincremen übrigens nicht überflüssig: die UV-Strahlung ist dann zwar schwächer, aber dennoch vorhanden.

Muss man für Kinder spezielle Sonnenschutzprodukte wählen?

Ja, und zwar am besten ausgewiesene Baby- oder Kinderprodukte mit mineralischen Filtern: diese reflektieren die UV-Strahlen, ohne dass die Stoffe in die Haut eindringen, wie es bei chemischen Filtern der Fall ist. Bei Babys ist von letzteren ganz abzuraten: noch ist nämlich nicht klar, was die Filtersubstanzen in der Haut bewirken. Wer auch auf Parfum, Farb- und Konservierungsstoffe verzichtet, verringert das Risiko für Allergien und Hautirritationen noch weiter. Man sollte zudem darauf achten, dass das Produkt sowohl UV-B- wie auch UV-A-Strahlen abwehrt. Beim Lichtschutzfaktor (LSF) ist 30 das Minimum. Wer bei der Auswahl Unterstützung braucht, kann sich in der Apotheke beraten lassen, dort hat man auch entsprechende Produkte vorrätig, für Allergiker auch solche auf fett- und emulgatorfreier Basis.

Auch das beste Produkt nützt nur, wenn man es richtig anwendet. Was ist dabei zu beachten?

Weil die Schutzwirkung erst nach etwa 30 Minuten eintritt, muss man die Mittel rechtzeitig vor dem Gang ins Freie auftragen, und zwar eher zu viel als zu wenig: für Kinder dürfen es schon ca. 30 ml auf einmal sein. Wird viel gebadet oder fließt beim Toben der Schweiß, sollte man regelmäßig nachcremen – selbst bei wasserfesten Produkten: auch ihre Wirkung nimmt nach und nach ab; spätestens nach dem Abtrocknen ist eine neue Portion fällig. Wichtig: man sollte kein Körperteil vergessen – Sonnenbrandgefahr droht auch an Ohren, Händen, Füßen, Stirn und Nacken. Ist bei Kleinkindern das Haar noch sehr fein, schützt beim Baden ein Spray die Kopfhaut. Kinder mögen meist ohnehin lieber Lotionen, Sonnenmilch, Gels oder eben Sprays anstelle von Cremes, weil sie einfach und schmerzfrei aufzutragen sind. Für die Schutzwirkung ist die Konsistenz unerheblich. Nach einem Tag in der Sonne spenden Cremes und Lotionen Feuchtigkeit, parfumfreie After-Sun-Produkte mit Panthenol kühlen und beruhigen leicht gereizte Haut.

Was muss man tun, wenn es trotz allem zu einem Sonnenbrand kommt?

Man bringt das Kind sofort in den Schatten, lässt es viel trinken – am besten Wasser – und kühlt die verbrannten Stellen unter fließendem Leitungswasser oder mit feuchten Umschlägen. Bitte kein stehendes Wasser verwenden: hier drohen Keime, die zu Infektionen führen können. Auch Eis oder Cool-Packs sind ungeeignet, weil die Haut dabei Kälteschäden davontragen kann. Lotionen und Emulsionen aus der Apotheke helfen der geschädigten Haut, sich zu regenerieren. Ist sie allerdings stark gerötet und zeigt Blasen oder wirkt das Kind schwach und verwirrt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Inhaber der Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde

Tel: 03504 / 61 24 05
 / E-Mail: goeran.donner@apotheke-dipps.de

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