Damit das Herz im Takt bleibt

Dresden (SLAK, 29.09.2015): 

Gesunder Lebensstil ist beste Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Leiden

Sie sind hierzulande die häufigste Todesursache: gut 40 Prozent aller Deutschen sterben an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wichtigster Risikofaktor: erhöhter Blutdruck – in Deutschland weit verbreitet. Doch ein gesunder Lebensstil schon von Kindesbeinen an verringert deutlich die Gefahr, an Bluthochdruck und in der Folge an Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken. Göran Donner, Vizepräsident und Pressesprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, gibt anlässlich des Weltherztages am 29. September Tipps, wie man schon mit einfachen Mitteln viel für die Herzgesundheit tun kann.

Herr Donner, was ist Bluthochdruck?

Der Blutdruck ist die Kraft, die das Blut beim Fließen auf die Gefäßwände ausübt. Beim gesunden Menschen liegt er unter Normalbedingungen etwa bei 120/80 mmHg. Der erste Wert, die Systole, sagt aus, mit welcher Kraft das Herz das Blut ins Gefäßsystem pumpt. Der zweite Wert, die Diastole, zeigt an, wie weit der Druck zwischen zwei Pumpstößen absinkt. Das ist quasi der Minimaldruck, der dauerhaft auf die Gefäßwände einwirkt. Der Blutdruck verändert sich je nach Situation und Anforderung: bei Stress oder körperlicher Betätigung steigt er an, nachts im Schlaf sinkt er. So stellt der Körper sicher, dass alle Gewebe stets ausreichend durchblutet sind. Ist dieser Regelungsmechanismus gestört, kann es zu dauerhaftem Bluthochdruck (Hypertonie) kommen. Davon spricht man ab einem systolischen Wert von 140 und/oder einem diastolischen Wert über 90. Eine schwere Hypertonie liegt vor bei Werten ab 180 (systolisch) und/oder 110 (diastolisch). Etwa ein Viertel aller Deutschen leidet unter erhöhtem Blutdruck, bei den Senioren über 65 ist es sogar jeder zweite.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Dauerhaft erhöhter Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle und Herzerkrankungen, etwa Herzschwäche und verengte Herzkranzgefäße – letzteres kann unmittelbar zum Herzinfarkt führen. Obendrein schädigt er das Gefäßsystem und häufig auch die Nieren. In Deutschland sind gut 40 Prozent aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.

Wie kommt es zu erhöhtem Blutdruck und was kann man dagegen tun?

Bluthochdruck entsteht meist durch einen ungesunden Lebensstil: Rauchen, Übergewicht, falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress, aber auch zu viel Alkohol und zu wenig Schlaf. Zwar gibt es auch andere mögliche Ursachen – eine familiäre Vorbelastung, eine Schwangerschaft oder die Einnahme der Pille –, doch in der Regel lässt sich Bluthochdruck schon durch allgemeine Maßnahmen deutlich positiv beeinflussen. An erster Stelle stehen dabei gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht aufs Rauchen. Ergänzend können spezielle Medikamente sinnvoll sein.

Wie sieht ein blutdruck- und herzfreundlicher Lebensstil aus?

Zunächst gilt: mit der Vorbeugung kann man nicht früh genug anfangen. Schon bei Kindern sollte man auf einen herzgesunden Lebensstil achten. Die Deutsche Herzstiftung e. V. empfiehlt vier- bis fünfmal pro Woche etwa 30 bis 45 Minuten Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, Nordic Walking, Schwimmen oder Tanzen. Auch im Alltag kann man für mehr Bewegung sorgen: indem man z. B. die Treppe statt des Aufzugs nimmt. Das hilft zudem im Kampf gegen Übergewicht – besonders gefährlich sind die Fettansammlungen in der Bauchregion: das Herzinfarkt-Risiko steigt ab einem Bauchumfang von 94 cm bei Männern und 80 cm bei Frauen. Doch bereits 5 kg weniger Gewicht senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um gut 30 Prozent. Mit Bewegung kann man überdies prima Stress abbauen – ebenso wie mit bewährten Entspannungstechniken und regelmäßigen Auszeiten, in denen man sich wirklich erholt. Die Ernährung orientiert sich an der traditionellen Mittelmeerküche: fünfmal am Tag Obst und Gemüse, wenig und dann möglichst nur helles Fleisch, dafür öfter mal Fisch, dazu Vollkorn- und fettarme Milchprodukte, pflanzliche statt tierischer Fette, zum Würzen Kräuter statt Salz. Finger weg von Fast Food und Fertigprodukten: sie enthalten viel verstecktes Salz und Fett! Alkohol ist – wenn überhaupt – nur in Maßen erlaubt: zwei- bis dreimal pro Woche ein Glas sind genug. Und: unbedingt mit dem Rauchen aufhören! Jede Zigarette verkürzt das Leben statistisch gesehen um eine knappe halbe Stunde.

Was kann man sonst noch tun?

Blutdrucksenkende Medikamente sollte man unbedingt regelmäßig einnehmen. Vor allem die Dosis am frühen Morgen kann lebensrettend sein, denn der Blutdruck steigt tageszeitbedingt am Vormittag auf den Tageshöchstwert. Und: Blutdruck immer wieder kontrollieren. Wer kein Gerät zuhause hat, kann ihn in jeder Apotheke schnell und einfach messen lassen. Dort kann man sich auch zeigen lassen, wie man bei der Selbstmessung Fehler vermeidet, die sich etwa durch unpassende Manschetten, falsche Haltung und ungünstige Messbedingungen einschleichen können.

  

Pressekontakt:

Göran Donner

Inhaber der Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde

Tel: 03504 / 61 24 05
 / E-Mail: goeran.donner@apotheke-dipps.de

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