Einmal tief Luft holen, bitte!

Dresden (SLAK, 02.05.2019): 

Asthmasprays: richtige Inhaliertechnik entscheidet über Wirksamkeit

Ob als Spray oder Pulverinhalation: Die meisten Medikamente gegen Asthma werden eingeatmet. Doch optimal wirken können sie nur, wenn sie richtig angewendet werden. Das ist gar nicht so einfach: Viele der rund 6 Millionen deutschen Asthmapatienten machen hier Fehler – meist aus Unwissenheit. Zum Welt-Asthma-Tag am 7. Mai gibt Göran Donner, Vizepräsident und Presse­sprecher der Sächsischen Landesapothekerkammer, Tipps zur richtigen Handhabung von Asthmapräparaten.

Herr Donner, was ist Asthma?

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung von Lunge und Atemwegen. Die feinsten Atemwege, die Bronchiolen, verengen sich dabei so, dass die Betroffenen zeitweise unter extremer Atemnot leiden. Zudem ist der Schleim in den Atemwegen zäher als bei Nicht-Asthmatikern, was die Atemwege zusätzlich verengt. Generell ist die Bronchialschleimhaut der Betroffenen besonders empfindlich, so dass es leichter zu einer solchen Entzündungsreaktion kommt. Ausgelöst wird ein Asthmaanfall bei jungen Menschen häufig durch Allergien. Bei Älteren steht am Anfang meist ein Infekt, zu einem Anfall können daneben auch körperliche oder psychische Belastungen führen. In Deutschland leiden rund zehn Prozent aller Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen an Bronchialasthma, damit zählt es hierzulande zu den häufigsten chronischen Erkrankungen.

Kann man Asthma mit Medikamenten behandeln?

Ja, sehr gut sogar. Bei Arzneimitteln gegen Bronchialasthma unterscheidet man zwischen Bedarfs- und Dauermedikamenten: Bedarfsmedikamente beseitigen die Atemnot beim akuten Anfall, indem sie die spastisch verengten Bronchien erweitern. Dauermedikamente wirken dagegen langfristig: Sie verringern die Anfallsbereitschaft, indem sie die Entzündung der Bronchialschleimhaut hemmen. Arzneimittel beider Gruppen nimmt man überwiegend per Inhalation ein; es gibt sie als Spray auf Flüssigkeitsbasis oder als Pulverinhalation. Ihre Wirksamkeit hängt aber stark davon ab, dass man sie regelmäßig, pünktlich und vor allem richtig anwendet. Insbesondere für die Behandlung akuter Asthmaanfälle sollte man die Inhaliertechnik quasi ‚im Schlaf’ beherrschen. Gelangen Spray oder Pulver nämlich nicht tief genug in die Bronchien, bleiben sie wirkungslos.

Wie macht man es denn richtig?

Bei der Inhalation kommt es darauf an, den Sprühstoß und die Einatmung richtig zu koordinieren. Das ist an sich recht einfach – besonders, wenn man einen sogenannten ‚Spacer‘ als Inhalationshilfe
verwen­­­­det –, man muss aber eben wissen, wie es richtig geht. Deshalb lässt man sich die Geräte und deren Anwendung am besten in der Apotheke zeigen und erklären. Hier sind meist nicht nur Demo-Muster, sondern stets auch die nötige Zeit und Ruhe vorhanden. Denn grundsätzlich – auch zuhause – gilt: Je entspannter man ist, desto ruhiger geht der Atem und desto leichter gelingt die Anwendung.

Was muss man in punkto Hygiene beachten?

Damit die Inhalatoren nicht verstopfen, sollte man sie alle drei bis sieben Tage reinigen. Bei Sprays auf Flüssigkeitsbasis nimmt man hierzu das Mundstück ab, spült es gründlich mit Wasser durch und lässt es dann vollständig an der Luft trocknen. Pulver-Inhalatoren dürfen nicht feucht gereinigt werden, man säubert das Mundstück einfach mit trockenen Tüchern.

Stimmt es, dass Asthma-Medikamente häufig Cortison enthalten?

Ja, als Dauermedikamente kommen vorrangig Glukokortikoide zum Einsatz, besser bekannt unter dem Begriff „Kortison“. Das sind sehr effektive Wirkstoffe, die dennoch nach wie vor mit Angst und Vorurteilen behaftet sind. Doch gerade bei Asthmamedikamenten, die ja nur lokal angewendet werden, sind die meisten der gefürchteten Nebenwirkungen unwahrscheinlich. Und sie lassen sich zudem mit einfachen Maßnahmen verhindern! Um beispielsweise einer möglichen Pilzinfektion im Mundraum vorzubeugen, genügt es, nach jeder Anwendung den Mund gründlich mit Wasser auszuspülen oder gleich die Zähne zu putzen. Auch danach eine Kleinigkeit zu essen bzw. die Anwendung direkt vor den Mahlzeiten hat sich bewährt. Wer dennoch unsicher ist, kann sich in der Apotheke zu Risiken und Nebenwirkungen des eigenen Präparats beraten lassen.

 

Pressekontakt:

Göran Donner

Löwen-Apotheke

Kirchplatz 2,
01744 Dippoldiswalde


Tel.: 03504/ 61 24 05 / E-Mail: vizepraesident@slak.de

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